Empathie im Jobcenter
Im Jobcenter treffen Mitarbeitende und Klient:innen oft auf herausfordernde Situationen. Die Gespräche sind eingebettet in bürokratische Strukturen und finden häufig unter Druck statt – sei es durch belastende Lebenslagen, Sprachbarrieren oder unterschiedliche Erwartungen (Hiller/Zillmer-Tantan 2021, Terpe 2011, Heidig et al 2015). Empathie kann hier eine zentrale Brücke sein (Rübner/Weber 2021, Tountopoulou et al. 2019).
Warum Empathie zählt
Empathie hilft Mitarbeitenden, die Perspektiven und Bedürfnisse ihrer Klient:innen besser zu verstehen und Vertrauen aufzubauen (Rübner/Weber 2021, Tountopoulou et al. 2019). Besonders kognitive Empathie, also die Fähigkeit zur Perspektivübernahme, ist eine Schlüsselkompetenz (Batson et al. 2002, Cuff et al. 2016). Sie ermöglicht, sich in die Lage der Klient:innen hineinzuversetzen, ohne die notwendige professionelle Distanz zu verlieren (Rübner/Weber 2021).
Auch affektive Empathie – das Mitfühlen – spielt eine wichtige Rolle. Sie unterstützt dabei, Konflikte zu entschärfen und emotionale Belastungen wahrzunehmen (Batson & Ahmad 2009).
Empathie in Eingliederungs- und Beratungsgesprächen
Eine tragfähige „Arbeitsallianz“ zwischen Mitarbeitenden und Klient:innen basiert auf Respekt, Vertrauen und Akzeptanz. Empathie ist dafür unverzichtbar – sie schafft die Grundlage für konstruktive und erfolgreiche Beratungsgespräche (Bundesagentur für Arbeit 2023, Rübner/Weber 2021).
Herausforderungen im Beratungsalltag
Bei Gesprächen mit Menschen mit Migrationsgeschichte können Missverständnisse schnell entstehen entstehen – etwa durch Sprachbarrieren oder ein unterschiedliches Verständnis von Arbeit und Bildung (Schubert et al. 2025). Perspektivübernahme ist hier besonders wichtig.
Zugleich können Stress, hohe Fallzahlen oder institutionelle Vorgaben empathisches Handeln erschweren (Schubert et al. 2023, Wilkinson et al. 2017, House 1981).
Unser Ansatz
Wir wissen: Mitarbeitende im Jobcenter bringen bereits viel Empathie mit. Mit unserem Projekt möchten wir diese Fähigkeit gezielt stärken. So lassen sich vertrauensvolle Beratungsgespräche führen, wechselseitige Vorurteile abbauen und die Chancen auf eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration erhöhen.