Unser Verständnis von Empathie 

 

Empathie bedeutet, die Gefühle und Gedanken anderer Menschen wahrzunehmen, zu verstehen und darauf zu reagieren. In der Forschung wird Empathie als mehrdimensionales Konzept beschrieben (Batson, 2009; Cuff et al., 2016). 

 Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Formen:

  • Kognitive Empathie: die Fähigkeit, sich in die Gedankenwelt anderer hineinzuversetzen und ihre Sichtweisen nachzuvollziehen („Perspektivübernahme“) (Davis, 1983).
  • Affektive Empathie: die emotionale Reaktion auf das Erleben anderer – also Mitfühlen und Sorge um ihr Wohlergehen („empathic concern“) (Davis, 1983)


Darüber hinaus kann Empathie auch sichtbar im Verhalten werden, zum Beispiel durch Nachfragen, aktives Zuhören oder nonverbale Signale (Wu et al., 2024).

Gerade im Jobcenter und in der beruflichen Beratung spielt Empathie eine wichtige Rolle. Sie hilft Mitarbeitenden, die Situation von Klient:innen besser zu verstehen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln (Tountopoulou et al., 2019). Studien zeigen zudem, dass empathische Perspektivübernahme dazu beitragen kann, Vorurteile zu reduzieren und Begegnungen offener und respektvoller zu gestalten (vgl. Batson & Ahmad, 2009)

 

Wir gehen davon aus, dass Mitarbeitende im Jobcenter in ihrem Beratungsalltag bereits empathisch sind. Mit unserem Projekt möchten wir sie dabei unterstützen, ihre empathischen Fähigkeiten weiter zu trainieren – und zwar für einen Arbeitskontext, der durch Vielfalt, unterschiedliche Bedürfnisse und komplexe Herausforderungen geprägt ist. (Lambert & Barley, 2001; Ritter et al., 2002).