Trainierbarkeit von Empathie
Empathie ist wichtig für gute Beratung: Sie schafft Vertrauen, kann Klient:innen motivieren und hilft dabei, Vorurteile abzubauen (Klonek et al., 2020; Lambert & Barley, 2001; Ritter et al., 2002). Deshalb wird seit vielen Jahren erforscht, ob Empathie gezielt gefördert werden kann.
Was die Forschung zeigt:
Studien belegen, dass Empathie trainierbar ist – zumindest kurzfristig, teilweise auch mit längerfristigen Effekten. Besonders gut lassen sich die Perspektivübernahme (kognitive Empathie) und das sichtbare empathische Verhalten trainieren, etwa durch aktives Zuhören oder Rückmeldungen im Gespräch (Fragkos & Crampton, 2020; Patel et al., 2019; Wu et al., 2024).
Wie Empathie gefördert werden kann:
Es gibt nicht die eine „beste“ Methode. Erfolgreich sind Kombinationen verschiedener Ansätze (Paulus & Meinken, 2022; Wu et al., 2024):
- Übungen für Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit, um Stress zu verringern und offener auf andere einzugehen (Lamothe et al., 2016; Wilkinson et al., 2017).
- Perspektivwechsel und Simulationen, die helfen, die Lebenssituation von Klient:innen besser zu verstehen und Vorurteile abzubauen (Patel et al., 2019).
- Reflexion und Austausch in Gruppen, um Empathie gemeinsam einzuüben und in den Arbeitsalltag zu übertragen (Zhou et al., 2021).
Bedeutung für die Beratungspraxis:
Trainings sollten an die jeweiligen Zielgruppen angepasst sein und praxisnah stattfinden – etwa indem Erfahrungen von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund einbezogen werden (Borscha et al., 2022). So können Beratende lernen, Empathie auch in schwierigen Situationen bewusst einzusetzen.
Fazit:
Empathie ist keine feste Eigenschaft – sie lässt sich üben. Für Jobcenter-Mitarbeitende bedeutet das: Sie können ihre empathischen Fähigkeiten stärken und so ihre Arbeit mit einer vielfältigen Klientel noch wirksamer gestalten.